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ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Nordniederdeutsch
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Nordniederdeutsch (Nndt.) [ËnÉĘtËniËdÉdÉɪ̯ʧ oder auch Nordniedersächsisch ist ein Dialektverband innerhalb des NĂśrdlichen Niederdeutschen. Die Bezeichnung âNordniedersächsischâ bezieht sich nicht geografisch auf den Norden des deutschen Bundesland Niedersachsen, sondern auch auf die nĂśrdlicheren Sprachgebiete Schleswig-Holsteins, und setzt sich auch jenseits der deutsch-niederländischen Staatsgrenze (Nedersaksisch) fort.cite-ref-gl-ck-1-0[1]
Dieser Dialektverband genieĂt hohe Medienpräsenz, da er im Ăźberwiegenden Teil mehrerer Bundesländer, einschlieĂlich des GroĂteils Niedersachsens, Bremens und Schleswig-Holsteins, verstanden und gesprochen wird. Mit Ausnahme des ostfriesischen Niederdeutsch, das starkes friesisches Substrat, zahlreiche Diphthongierungen und niederländischen Spracheinfluss aufweist, sind alle Subgruppen des Nordniederdeutschen untereinander leicht verständlich. Durch die mediale Verbreitung in Radio und Fernsehen weist es teilweise die Funktion einer Standardsprache innerhalb des Niederdeutschen auf, ohne eine zu sein.
Contents
⢠Begriffsbildung
⢠Untergruppen
⢠Merkmale
⢠Morphologie
⢠Syntax
⢠Siehe auch
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Begriffsbildung
Die traditionelle Bezeichnung des nÜrdlichen (nicht west- oder ostfälischen) Westniederdeutschen ist Nordniedersächsisch.
Der jĂźngere Begriff âNordniederdeutschâ wurde 1957 durch den Germanisten William Foerste geprägt und in die Fachliteratur eingebracht, um das Niederdeutsche nĂśrdlich des West- und Ostfälischen zu bezeichnen. Heute hat er sich in der Germanistik im Sinne von ânĂśrdliches Westniederdeutschâ durchgesetzt. Im Gegensatz zu âNordniedersächsischâ ist der Begriff âNordniederdeutschâ allerdings potentiell missverständlich, da ersteres das Ostniederdeutsche eindeutig ausschlieĂt, letzteres aber nicht (auch wenn es gelegentlich so verstanden wird).
Die ältere Forschung verwendete Begriffe wie Nordalbingisch fßr das nÜrdliche Niedersächsische sowie Niedersächsisch, was jedoch zu sehr mit dem deutschen Bundesland assoziiert werden kann.
Als weiteren Begriff fĂźr die Sprachregion schlug Foerste in Zusammenhang mit der Herausgabe eines gemeinsamen ostniederländisch-westniederdeutscher Sprachatlas zudem die Bezeichnung âSaxoniaâ bzw. âsaxonischâ vor, der ausdrĂźcklich auch die Niederlande einschlieĂt, aber apolitisch ist und ihm sowohl vonseiten der Germanistik als auch vonseiten der Niederlandistik als annehmbar erschien.cite-ref-2[2] Vereinzelt findet sich diese Begrifflichkeit noch in der Literatur, etwa bei Peters (2003) als âSassischâ, hier jedoch als historischer Begriff unter Einschluss des Mittelniederdeutschen und Altsächsischen gemeint.cite-ref-3[3]
Definition und Abgrenzung
Dem hier beschriebenen Dialektverband werden germanistisch alle westniederdeutschen Dialekte zugerechnet, die weder ßber west- noch ßber ostfälische Kennzeichen verfßgen.cite-ref-gl-ck-1-1[1]
Definierende Merkmale sind:
⢠das Fehlen der Westfälischen Brechung (im Gegensatz zum sßdlich benachbarten Westfälischen)cite-ref-gl-ck-1-2[1]
⢠e-Apokope (nordndt. upân disk vs. westfäl./ostfäl. upân diske), damit verbunden starke Vereinfachung im Vokal- und Formensystem (im Gegensatz zum Westfälischen)cite-ref-gl-ck-1-3[1]
Im Norden grenzt das Nordniedersächsische an das dänische und an der KĂźste Schleswig-Holsteins an das nordfriesische Sprachgebiet. Im SĂźden wird es durch das west- und ostfälische Dialektgebiet begrenzt, im Osten durch das Ostniederdeutsche (Mecklenburgisch-Vorpommersch).cite-ref-gl-ck-1-4[1] Die Begrenzung wird dabei durch eine Linie gebildet, die sich von LĂźbeck Ăźber Magdeburg nach Halberstadt erstreckt. Ăstlich dieser Linie (-et/-en-Linie) herrscht ebenfalls ein Einheitsplural auf, der sich durch die Verbenendung -en vom Westniederdeutschen abhebt: wi maken, ji maken, se maken.cite-ref-niebaum-macha-5-1[5] Im Raum LĂźneburg, Uelzen und Salzwedel bildet es zudem mit dem Ostfälischen und dem Mecklenburg-Vorpommerschen einen grĂśĂeren Interferenzraum, das heiĂt, ein Dialektkontinuum.cite-ref-gl-ck-1-5[1] Die Grenze zum niederfränkisch basierten Niederrheinisch wird allgemein an der Westfälischen Linie gezogen.cite-ref-0-4-1[4]cite-ref-niebaum-macha-5-2[5]
Untergruppen
Das Nordniederdeutsche wird auf deutscher Seite in sieben Untergruppen (Dialekte) geschieden:
1. Ostfriesisches Niederdeutsch (Kennzeichen tuun âGartenâ, hĂśr âihnenâ), das sich auf altostfriesischem Sprachgebiet etablierte,
2. Emsländisches Niederdeutsch an der Unterems (Kennzeichen wi bĂźnt âwir sindâ),
3. Oldenburgisches Niederdeutsch (Kennzeichen achter uusen huus âhinter unserem Hausâ anstelle des zu erwartenden achter u(n)s hus),
4. Nordhannoveranisches Niederdeutsch (Kennzeichen wĂśrtel âMĂśhreâ anstelle des zu erwartenden wortel),
5. Holsteinisches Niederdeutsch (Kennzeichen jĂźm âihnenâ),
1. Dithmarsches Niederdeutsch (Kennzeichen gäsche âGevatterinâ) und
6. Schleswigisches Niederdeutsch (Kennzeichen Infinitivkonstruktion mit un: dat is tid un plĂźcken applen âes ist Zeit Ăpfel zu pflĂźckenâ).cite-ref-gl-ck-1-6[1]
Ostfriesisches und emsländisches Niederdeutsch haben gemeinsam, dass beide stark mit niederländischen Elementen durchsetzt sind, indes Holsteinisch vielfach mit dem Mecklenburg-Vorpommerschen Ăbereinstimmungen aufweist.cite-ref-gl-ck-1-7[1]
Merkmale
Phonologie und Orthographie
FĂźr das Bremische postuliert Heymann (1909)cite-ref-1-6-0[6] folgendes Phoneminventar:
⢠Kurzvokale: a /a/, i /ÉŞ/, u /Ę/, e /É/, e /É/, o /É/ (Heymann 1909, S. 3â9) und deren Umlaute Ăś /Ĺ/ und Ăź /Ę/, wobei ersteres selten ist und letzteres zu i /ÉŞ/ tendiert (Heymann 1909, S. 32â33)
⢠Langvokale: aa (ah,a) /É:/, ie (i) /i:/, uu (uh, u) /u:/, oo (oh, o) /o:/, ee (eh, e) /e:/, e (ä) /É:/ (Heymann 1909, S. 10â27) und deren Umlaute Ăś /Ĺ:/ (Umlaut zu aa /É:/, jĂźnger ä /ĂŚ:/~/É:/), ÜÜ (Ăśh,Ăś) (Umlaut zu oo /o:/, jĂźnger ee /e:/), ßß (Ăźh, Ăź, Umlaut zu uu /u:/) /y:/. Das Bremische tendiert auch hier zur Elimination des Umlauts. (Heymann 1909, S. 30â35).
⢠Diphthonge: ei /aÉŞĚŻ/ (z. T. aus älterem eu (oi) /ÉÉŞĚŻ/), au /aĘĚŻ/ (Heymann 1909, S. 27â30)
⢠Liquide: l /l/, m /m/, n /n/, r /r/ (Heymann 1909, S. 35)
⢠Halbvokale j /j/, w (v) (Heymann 1909, S. 35,40)
⢠Frikative: f /f/, s /s/, s /z/, h /h/, ch /x/, sch /Ę/ (Heymann 1909, S. 35)
⢠Plosive: g /g/, k /k/, d /d/, t /t/, b /b/, p /p/ (Heymann 1909, S. 35)
⢠Affrikaten: z (tz) /ts/ nur in Lehnworten (Heymann 1909, S. 38), j /dĘ/ (als Allophon zu j /j/, Heymann 1909, S. 40)
Anmerkungen:
⢠Die Tendenz des Bremischen, Umlaute zu eliminieren, ist regionalspezifisch und gilt nicht fßr das Nordniedersächsische insgesamt.
Die konventionelle nordniedersächsische Orthographie folgt Sass (1956).cite-ref-7[7]
Morphologie
Konjugation
FĂźr das Bremische nach Heymann (1909, S. 65â91)cite-ref-1-6-1[6]:
| | 1.sg | 2.sg | 3.sg | 1.pl | 2.pl | 3.pl |
|---|---|---|---|---|---|---|
| schwache Konjugation: stĂśten âstoĂenâ | schwache Konjugation: stĂśten âstoĂenâ | schwache Konjugation: stĂśten âstoĂenâ | schwache Konjugation: stĂśten âstoĂenâ | schwache Konjugation: stĂśten âstoĂenâ | schwache Konjugation: stĂśten âstoĂenâ | schwache Konjugation: stĂśten âstoĂenâ |
| ind.prs. | stott | stottst | stott | stott | stott | stott |
| ind.prt. | stottde | stottdest | stottde | stottden | stottden | stoddten |
| ipv. | | stĂśt | | | stott | |
| part.prt. | stot't | stot't | stot't | stot't | stot't | stot't |
| starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ |
| ind.prs. | fang | fangst | fangt | fangt | fangt | fangt |
| ind.prt. | fung | fungst | fung | fungen | fungen | fungen |
| ipv. | | fang | | | fangt | |
| part.prt. | fungen | fungen | fungen | fungen | fungen | fungen |
| starke Konjugation: binnen âbindenâ | starke Konjugation: binnen âbindenâ | starke Konjugation: binnen âbindenâ | starke Konjugation: binnen âbindenâ | starke Konjugation: binnen âbindenâ | starke Konjugation: binnen âbindenâ | starke Konjugation: binnen âbindenâ |
| ind.prs. | binn | binnst | binnt | binnt | binnt | binnt |
| ind.prt. | bunn | bunnst | bunn | bunnen | bunnen | bunnen |
| ipv. | | binn | | | binnt | |
| part.prt. | bunnen | bunnen | bunnen | bunnen | bunnen | bunnen |
| starke Konjugation: helpen âhelfenâ | starke Konjugation: helpen âhelfenâ | starke Konjugation: helpen âhelfenâ | starke Konjugation: helpen âhelfenâ | starke Konjugation: helpen âhelfenâ | starke Konjugation: helpen âhelfenâ | starke Konjugation: helpen âhelfenâ |
| ind.prs. | help | helpst | helpt | helpt | helpt | helpt |
| ind.prt. | hulp | hulpst | hulp | hulpen | hulpen | hulpen |
| ipv. | | help | | | helpt | |
| part.prt. | hulpen | hulpen | hulpen | hulpen | hulpen | hulpen |
| starke Konjugation: breken âbrechenâ | starke Konjugation: breken âbrechenâ | starke Konjugation: breken âbrechenâ | starke Konjugation: breken âbrechenâ | starke Konjugation: breken âbrechenâ | starke Konjugation: breken âbrechenâ | starke Konjugation: breken âbrechenâ |
| ind.prs. | brek | brekst | brekt | brekt | brekt | brekt |
| ind.prt. | brook | brookst | brook | braken | braken | braken |
| ipv. | | brek | | | brekt | |
| part.prt. | braken | braken | braken | braken | braken | braken |
| starke Konjugation: eten âessenâ | starke Konjugation: eten âessenâ | starke Konjugation: eten âessenâ | starke Konjugation: eten âessenâ | starke Konjugation: eten âessenâ | starke Konjugation: eten âessenâ | starke Konjugation: eten âessenâ |
| ind.prs. | et | etst | et't | et't | et't | et't |
| ind.prt. | eet | eetst | eet't | eten | eten | eten |
| ipv. | | et | | | et't | |
| part.prt. | eten | eten | eten | eten | eten | eten |
| starke Konjugation: graben âgrabenâ | starke Konjugation: graben âgrabenâ | starke Konjugation: graben âgrabenâ | starke Konjugation: graben âgrabenâ | starke Konjugation: graben âgrabenâ | starke Konjugation: graben âgrabenâ | starke Konjugation: graben âgrabenâ |
| ind.prs. | graaf | graafst | graaft | graaft | graaft | graaft |
| ind.prt. | groof | groofst | groof | graben | graben | graben |
| ipv. | | graaf | | | graaft | |
| part.prt. | graben | graben | graben | graben | graben | graben |
| starke Konjugation: snieden âschneidenâ | starke Konjugation: snieden âschneidenâ | starke Konjugation: snieden âschneidenâ | starke Konjugation: snieden âschneidenâ | starke Konjugation: snieden âschneidenâ | starke Konjugation: snieden âschneidenâ | starke Konjugation: snieden âschneidenâ |
| ind.prs. | snie | sniest | sniet | sniet | sniet | sniet |
| ind.prt. | sneed | sneedst | sneed | sne(d)en | sne(d)en | sne(d)en |
| ipv. | | snie | | | sniet | |
| part.prt. | sne(d)en | sne(d)en | sne(d)en | sne(d)en | sne(d)en | sne(d)en |
| starke Konjugation: krupen âkriechenâ | starke Konjugation: krupen âkriechenâ | starke Konjugation: krupen âkriechenâ | starke Konjugation: krupen âkriechenâ | starke Konjugation: krupen âkriechenâ | starke Konjugation: krupen âkriechenâ | starke Konjugation: krupen âkriechenâ |
| ind.prs. | kruup | kruupst | kruupt | kruupt | kruupt | kruupt |
| ind.prt. | kroop | kroopst | kroop | krapen | krapen | krapenkrapen |
| ipv. | | kruup | | | kruupt | |
| part.prt. | krapen | krapen | krapen | krapen | krapen | krapen |
Partizip Präsens wird häufig als Adjektiv verwendet und regulär auf -nd gebildet (staanden Fotes âwie erging und standâ), allerdings entfällt oft das -d (Heymann 1909, S. 97f.).
Deklination
Substantive
FĂźr das Bremische gilt nach Heymann (1909, S. 112f.):
| | m.sg. | n.sg. | f.sg. | pl. |
|---|---|---|---|---|
| nom. | -â
| -â
| -e oder -â
| -e |
| gen. | es | es | -e oder -â
| -e |
| dat. | e | e | -e oder -â
| -en |
| akk. | -â
| -â
| -e oder -â
| -e |
Personalpronomen
FĂźr das Bremische gilt nach Heymann (1909, S. 138â140):
| | 1. | 2. | 3.m. | 3.f. | 3.n. | refl. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| nom.sg. | ik | du | he | se | it | |
| gen.sg. | (miner) | (diner) | (siner) | (ehrer) | (siner) | |
| dat.sg. | mi | di | em | ehr, se | it | sik |
| akk.sg. | mi | di | em | ehr, se | it | sik |
| nom.pl. | wi | ji | se | se | se | |
| gen.pl | (user) | | (ehrer) | (ehrer) | (ehrer) | |
| dat.pl | uus | jo (älter jou) | jem | jem | jem | sik |
| akk.pl. | uus | jo (älter jou) | jem, se | jem, se | jem, se | sik |
Nach Heymann (1909, S. 139f.) bezieht sich ehr eher auf eine Person, se eher auf eine Sache weiblichen Geschlechts, jem eher auf Personen.
Demonstrativpronomen
FĂźr das Bremische gilt nach Heymann (1909, S. 142â144)
| | m. | f. | n. | pl. |
|---|---|---|---|---|
| de âderâ | de âderâ | de âderâ | de âderâ | de âderâ |
| nom. | de | de | dat | de |
| gen. | des (det) | der | des (det) | der |
| dat. | den | der | den | de |
| akk. | den | de | dat | de |
| disse âdieserâ | disse âdieserâ | disse âdieserâ | disse âdieserâ | disse âdieserâ |
| nom. | disse | disse | dit (disset) | disse |
| gen. | (disses) | disser | (disses) | disser |
| dat. | dissen | disser | dit | dissen |
| akk. | dissen | disse | dit | disse |
Syntax
Genitiv
Der Genitiv ist im Nordniederdeutschen weitgehend aus dem Gebrauch verschwunden und durch Umschreibung mit von âvonâ oder den possessiven Genitiv ersetzt, z. B. arme LĂźde ehr Pankoken. Erhalten v. a. in adverbialen AusdrĂźcken, z. B. siner Wege gahn âseiner Wege gehenâ und bei Familiennamen (Badendamms' Dochter âeine Tochter aus der Familie der Bavendammsâ) (Heymann 1909, S. 150).
Akkusativ und Dativ
FĂźr Bremen nach Heymann (1909, S. 154f.): Akkusativ und Dativ sind teilweise zusammengefallen. FĂźr Pronomina ist der Zusammenfall vollständig. Bei mask. Substantiven ist die Dativendung optional, so dass Akkusativformen immer auch als Dative zulässig sind. Bei neutralen und femininen Substantiven bleibt der Unterschied in den Artikelformen erhalten, allerdings zumeist nur in enklitischen Formen (uut 'n Huse, up 'r Karken, aber in der Vollform gilt die Akkusativform: uut dat Huus, uut de Karken). Nach to finden sichj z. T. noch Dativformen (toâm besten geben).cite-ref-1-6-2[6]
In der Schriftsprache finden sich demgegenĂźber Dativformen häufiger, denn â[v]on vielen Seiten wird jetzt aber mit dem Dativ ein MiĂbrauch getrieben, der auf einer Verkennung des gegenwärtigen Entwicklungsstandes der plattdeutschen Mundart beruht und in dem bewuĂten oder unbewuĂten Streben, seiner Sprache ein vornehmeres Gepräge zu geben, den Dativ ĂźbermäĂig häufig aus dem Hochdeutschen in die plattdeutsche Darstellung hineinträgt. ⌠[N]amentlich in schriftlicher Darstellung sollte statt dessen lieber der Akk. gewählt werden.â (Heymann 1909, S. 155,157)
SatzgefĂźge
Nach Heymann (1909, S. 167) ist â[d]ie jetzige plattdeutsche SatzfĂźgung (âŚ) so stark von der hochdeutschen beeinfluĂt, daĂ sie sich wenig von dieser unterscheidet; doch sollte ⌠auch die jenem (= dem Mnd.!) besonders eigene herbere parataktische Satzverbindung nicht verschmäht werden.â
Konjunktionen
FĂźr das Bremische nach Heymann (1909, S. 167):
⢠koordinierend
⢠kopulativ: un âundâ, ook âauch, auĂerdemâ, fudder âfernerâ, denn âdannâ, darup âdaraufâ
⢠disjunktiv: oder (älter edder) âoderâ, wedder -- noch, entwedder -- edder, nich -- noch, bold -- bold
⢠adversativ: aber, aberst âaberâ, doch, dennoch, man âaber, alleinâ, man dat âaberâ
⢠kausal: darum, also, denn
⢠subordinierend
⢠meist mit dat gebildet; auch up dat âdamitâ, um dat âweilâ usw.
⢠lokal: woor âwoâ, woorhen (wohen), fast vergessen auch daar âwoâ
⢠temporal: wenn, do, bevor, eer âeheâ, wenneer (bei indirekten Fragen), eer denn (eer dat), as, so bold as, so draad as âsobald alsâ, de wile dat âwährendâ, nah de Tie(d)t dat ânachdemâ, indem dat âwährendâ, siet âseitâ, siet dat âseitâ, bet dat âbisâ
⢠nachgestellt
⢠oft nachgestellt mit so oder do
⢠komparativ: as âwieâ, like -- as âebenso -- wieâ, wo -- wo âje - destoâ, denn nach Komparativen, all daar nah
⢠kausal: um dat âweilâ, nu ânun, weilâ, wiel âweilâ
⢠konditional: wo, woor, wenn
⢠konzessiv: wo wol -- doch âobgleichâ, all, wenn ook
⢠bei indirekten Fragen: of
Siehe auch
Weblinks
⢠Nordniedersächsisches WÜrterbuch bei Plattmakers
Einzelnachweise
cite-note-gl-ck-11. â Helmut GlĂźck (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 3., neubearbeitete Auflage. J. B. Metzler, Stuttgart 2005, ISBN 3-476-02056-8, Eintrag âNordniederdeutschâ, S. 446â447.
cite-note-22. â Ludger Kremer: Mundartforschung im ostniederländisch-westfälischen Grenzgebiet. Eine Bestandsaufnahme 1900â1975, Rudopi N.V., Amsterdam 1977, FuĂnote 130, Google Books, abgerufen am 28. November 2018
cite-note-33. â Werner Besch: Sprachgeschichte : ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. 3 Teilband. 2. vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. W. de Gruyter, Berlin 2003, ISBN 978-3-11-019417-3.
cite-note-0-44. â Heinrich Thies (Hrsg.): SASS. Plattdeutsche Grammatik. 2., verbesserte Auflage. Wachholtz Verlag, NeumĂźnster 2011, ISBN 978-3-529-03200-4, Kapitel âPronomen (FĂźrwĂśrter) u. ArtikelwĂśrter (BegleitwĂśrter)â, S. 155.
cite-note-niebaum-macha-55. â Hermann Niebaum, JĂźrgen Macha: EinfĂźhrung in die Dialektologie des Deutschen. (= Germanistische Arbeitshefte. Band 37). 2., neubearbeitete Auflage. Max Niemeyer Verlag, 2006, ISBN 3-484-26037-8, S. 220.
cite-note-1-66. â Wilhelm Heymann: Das bremische Plattdeutsch: eine grammatische Darstellung auf sprachgeschichtlicher Grundlage. G. Winter, Bremen 1909 (google.de [abgerufen am 17. August 2022]).
cite-note-77. â Sass: Rechtschreibung. Abgerufen am 17. August 2022.